Vorbericht zum DFB-Pokal-Spiel 1996 gegen den 1.FC Köln

Porträt Günter Limberger  erschienen in der Südwestpresse im August 2000 ergänzt mit Bildern von Dieter Reinhardt ( Copyright Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

 

Nie war er so wertvoll wie heute: Dieser Slogan aus der Werbung trifft auf den Donaueschinger Fußball-Stürmer Günter Limberger 100-prozentig zu. Mit 36 Treffern in 30 Spielen ist der 34-jährige der überragende Torjäger der Verbandsliga Südbaden und wurde nun zum zweiten Mal in Folge Torschützenkönig. Bereits in der vorletzten Saison, als er in 30 Partien 24 „Kisten“ machte, hatte der Mannschaftskapitän des FV Donaueschingen sein Visier außerordentlich gut eingestellt.

Indes: Der unumschränkte Star im Team von der Baar gibt sich bescheiden: „Die 36 Tore sind ein Erfolg der Mannschaft. Jochen Amann und Toni Hernandez und die gesamte Mannschaft verstanden es, mich super anzuspielen“, schiebt der 1,80 Meter große und 82 Kilogramm schwere Vollblutstürmer seine Torerfolge in dieser Saison zuvorderst auf die Leistung seiner Kameraden. „Es ist ein Geben und Nehmen. Spielt die Mannschaft gut, spiele ich gut und umgekehrt“.

Der Mann mit der Trikotnummer zehn liefert eine weitere Erklärung für seine derzeitige Topverfassung nach: „Ich glaube, ich kann von dem verstärkten Lauftraining, das wir unter Trainer Roland Vöstel absolvieren, stark profitieren“.

Tor gegen Neustadt – Jubel mit Jörg Kienast Goldener Schuh Verbandsliga 1999/2000

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Natürlich schätzt auch Vöstel ganz besonders die Torschützenqualitäten des Westernhagen-Fans: „Günter war über viele Jahre hinweg immer ein zuverlässiger Torjäger, den es so schnell nicht wieder gibt. Er hätte auch im Profibereich spielen können“. Davon ist übrigens seit der zweifache Familienvater (Frau Sonja, Töchter Fabienne vier Jahre alt und Isabelle zwei Jahre alt) überzeugt: „Ich bin mir sicher, dass ich es geschafft hätte. Wenn das richtige Angebot im richtigen Moment gekommen wäre, hätte ich vielleicht auch den Sprung gewagt“.

 

Angebote aus der 2. Liga

Vom VFL Osnabrück habe er ein konkretes Angebot auf dem Tisch gehabt, der SC Freiburg sei ebenfalls an ihm interessiert gewesen. „Mein Beruf war mit aber immer wichtiger. Selbst wenn ich Profi geworden wäre, hätte ich nebenher Architektur studieren wollen“. Klar, dank der guten Beziehungen des FV Donaueschingen zum SC Freiburg hätte ich beim Sportclub spielen können. „Nur, die haben nie konkret gesagt, dass sie mich haben wollen, waren immer so latent im Hintergrund. Das hat mir nicht gepasst. Wenn mich ein Verein will, dann soll er mich auch wirklich wollen. Ich bin kein Typ, der laufend zu irgendwelchen Probetrainings marschiert“.

 

 

Eigenes Architekturbüro

Limberger, der inzwischen ein eigenes Architekturbüro mit drei Angestellten in der Donaustadt leitet spielt sei der Saison 1985/86  beim FV Donaueschingen; sein erster Trainer war damals Christoph Thumser. Das Fußballspielen erlernt hat der Fan amerikanischer Krimifilme in seinem Heimatort Grüningen, wo er mit seiner Familie noch immer wohnt.

Weil es in Grüningen seinerzeit nur eine C-Jugend-Mannschaft gab, spielte der kleine Günter bereits als Achtjähriger in diesem Team. Ob wohl der Spaghetti-Liebhaber viel jünger als seine Mit- und Gegenspieler war, schoss er in dieser Mannschaft schon viele Tore. Kurios: Nachdem der Bayern-Fan drei Jahre lang bereits in der C-Jugend gekickt hatte, kam er wieder zurück in die D-Jugend: „Wir hatten eben in Grüningen erst nach diesem Zeitraum eine D-Jugend-Mannschaft“, schmunzelt Limberger über die damalige paradoxe Situation.

Als er dann tatsächlich in C-Jugend-Alter kam wechselte er zur SG Brigachtal, in der die Jugendlichen von Überauchen, Klengen und Brigachtal zusammengefasst waren. Überflüssig zu erwähnen, dass Limberger, obwohl er im Jugendbereich immer fürs Mittelfeld aufgestellt, auch hier wieder jeweils die meisten Tore für seine Mannschaft schoss.

Seltsamerweise wurde der treffsichere Junge, dessen Vorbild Gerd Müller ist, praktisch nie in eine Auswahlmannschaft geholt. Den Auswahltrainern war es wichtiger, dass einer beim Cooper-Test schnell unterwegs war. In einer Auswahl zu spielen war mir aber auch nicht das wichtigste, sondern der Spass am Fussball“.

In der Saison 1983/84 wechselte Limberger in den Aktivenbereich zum FC Klengen in die  Landesliga. Auch hier gelangen dem jungen Angreifer auf Anhieb 32 Saisontore in 30 Spielen.

Die ganzen Jahre über beim FV Donaueschingen erzielte Limberger stets die meisten Treffer für seinen Verein und wurde mehrfach Torschützenkönig der gesamten Liga. „Außer in der Saison 1991/92, als Robert Hofacker zwölf Elfmetertore schoss und insgesamt auf 18 Treffer kam und ich nur 13 Tore erzielte“, erinnert sich der Hobby-Skiläufer. Auch in der einzigen Oberliga-Saison 1994/95 mit dem FVD erzielte Limberger 13 Tore und wurde bester Schütze der Liga.

An den Treffer im DFB-Pokal 1996 beim 1:3 der Donaukicker gegen den 1. FC Köln erinnert sich der Hobbyfotograf natürlich besonders gerne: „Es war das letzte Tor, das Bodo Illgner auf deutschen Boden kassierte, bevor er zu Real Madrid wechselte“, lacht Limberger.

Gerne denkt der Stürmer überdies an seine Auftritte mit der Studenten-Nationalmannschaft 1991 bei der Universiade in Sheffield und bei der Studenten-Weltmeisterschaft 1992 in El Paso (USA): „Die Eröffnung der Universiade in Sheffield im ausverkauften Stadion vor 30000 Zuschauern war unbeschreiblich“, erzählt Limberger. “Während dem Einmarsch der Nationen ging die Welle durchs Stadion, da liefs einem eiskalt den Rücken runter“.

Doch wie wird man zu einem Torjäger? Ist es der angeborene sogenannte Torriecher, der einen Kicker dazu macht? „Ich kann beidfüssig schießen, das ist schon mal ein Riesen-Vorteil. Man muss die Situationen schmecken, das Spiel lesen können. Wichtig ist, dass man richtig steht. Ein Torjäger zu werden, kann man nicht erlernen. Man kann sich aber mit jedem Training und jedem Spiel viel erarbeiten. Der Ehrgeiz muss da sein, immer gewinnen zu wollen“, erklärt Limberger.


Tor gegen FC Bayern und Oliver Kahn beim Freundschaftsspiel in Stockach. Sammy Kuffour und Alain Sutter schauen zu.